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  • Eine Woche in ungelesenen Büchern (3)

    Auch in dieser Woche möchte ich die geneigte Leserschaft an ein paar Entdeckungen teilhaben, die mir aus verschiedensten Gründen bemerkenswert erschienen:

    Hilary Mantel hat ja das Kunststück vollbracht, den Booker Preis zwei Mal in Folge zu gewinnen. Was darauf hindeutet, dass ihre historischen Romane sich über die üblichen Erwartungen an das Genre erheben. Kann ich aber nichts zu sagen, meinen letzten historischen Roman las ich vor 14 Jahren, als ich mich dabei ertappte, auch die schlechtesten Jacq-Romane noch lesen zu wollen (es hat ja alles seine Grenzen, aber immerhin konnte ich mir so den einen oder anderen ägyptischen Götternamen ebenso merken wie die eine oder andere Begebenheit der ägyptischen Geschichte, was sich immerhin bei Quizduell und dem Auffinden von Referenzen in den Filmen der Mumien-Reihe als nützlich erwies).
    Die Crux an derart preisgekrönten Autor_innen ist ja, dass das mutlose Feuilleton sich dann zu keiner ehrlichen Einschätzung mehr durchringen kann. Ob ihr neuer Roman also wirklich so toll ist, wie alle behaupten, kann ich nicht sagen. Wahrhscheinlich ist aber, dass es zumindest kein Fehler ist, ein Buch mit dem Titel Die Ermordung Margaret Thatchers

    Cover Hilary Mantel

    zu lesen. Erst recht nicht, wenn es sich tatsächlich um Erzählungen britischer Tradition handelt, wie uns der Verlag verspricht.

    Im Feld der orientierungslosen Manager gibt es einen riesigen Batzen Geld zu verdienen. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie man tausende Euro Seminargebühren pro Teilnehmer einnehmen kann, um ihnen ein paar eifnache Phrasen schön verpackt zu verkaufen. Viele Berater- und Coachingseminare erinnern mich doch sehr an den frühneuzeitlichen Marktplatz, auf dem Wundermittel verkauft wurden, deren Wirksamkeit nie bewiesen werden musste, weil bis zum nächsten Besuch in der Stadt die Betroffenen schon lange nicht mehr lebten. Und wo sich konkurrierende Scharlatane gegenseitig vorwarfen, Scharlatane zu sein.
    Aberich sollte mcih nicht so sehr darüber erheben, schließlich lebt auch ein nicht eben kleines Segment des Buchmarktes davon, die immer gleichen Ratschläge in neuen bunten Umschlägen zu verkaufen. Sehr hübsch fand ich in diesem Zusammenhang dieses neue Buch:

    Cover Selbstorganisation braucht Führung

    Boris Gloger, Dieter Rösner: Selbstorganisation braucht Führung. Die beiden Autoren erklären darin, dass Führungsaufgaben Führungsaufgaben bleiben, auch wenn man Teams selbstorganisiert arbeiten lässt. Es scheint Manager zu geben, die glauben, Selbstorganisation bedeute, man könne ein Team sich selbst überlassen (und dann selbst Segeln gehen oder so, keine Ahnung). Allerdings war dies gar nicht der Punkt, warum mir das Buch auffiel, denn, wie gesagt, damit lassen sich Regalmeter füllen. Nein, bemerkenswert fand ich die Beschreibung:

    »Mit selbstorganisierten Teams wird alles besser!«, schallen die Kampfrufe der Legion gewordenen Scrum-Berater. Blindlings läuft ihnen eine Schar von Managern nach

    Geschrieben ist das Buch von zwei Scrum-Beratern...

    Außerdem habe ich eine Schwäche für auffällige Buchtitel. Da bieten die Geisteswissenschaften und ganz besonders die dortigen Qualifizierungsschriften für gewöhnlich ein reiches Feld an Entdeckungen (einer meiner Lieblinge sind da übrigens weiterhin die Vierbeinerdarstellungen auf schwedischen Runensteinen). Der mir jüngst aufgefallene Buchtitel entstammt der Technikgeschichte:

    Cover Fortifikationsliteratur

    Thomas Büchi: Die Fortifikationsliteratur des 16. und 17. Jahrhunderts
    Der Untertitel verdeutlicht dann gleich noch die Untersuchungsmethode: Traktate deutscher Sprache in europäischen Kontext. Das ist ja dann schon fast vergleichende Literaturwissenschaft. Allerdings ist ja im Zeitalter des cultural turn sowieso alles irgendwie Kulturwissenschaft. Das Buch selbst klingt jedenfalls durchaus spannend. Müsste man mal schauen, wie sehr der Autor dem deutschen Wissenschaftsduktus verpflichtet ist.

    Zum Abschluss des dieswöchigen Reigens sei noch auf ein Prachtexemplar von Buch verwiesen:

    Cover Tausend und ein Tag

    Tausend und Ein Tag. Morgenländische Erzählungen
    Bücher aus der »Anderen Bibliothek« (die man übrigens weiterhin abonnieren kann) sind ja immer ein Traum. Mindestens in der Ausstattung. Und dieses hier ist ein besonders schöner Band. Dass die Kollegen das drauf haben, wissen wir spätestens seit Humboldts »Kosmos« oder der immer noch auf meiner Erwerbungsliste stehenden Forsterschen »Reise um die Welt«. Hier verbindet sich nun die morgenländische Ornamentik mit liebevoller Buchgestaltung zu einem ganz besonders gelungenen Band. Eine Schwäche für orientalische Fabulierfreude wird man wohl trotzdem haben müssen, um sich dieses zwar preiswerte aber nicht eben niedrigpreisige Schmuckstück zuzulegen (also ich habe es mal meiner Erwerbungsliste zugefügt, aber da steht der Forster ja auch schon sieben Jahre lang drauf...)

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  • Eine Woche in ungelesenen Büchern (2)

    Auch letzte Woche fielen mir wieder Bücher in die Hand, die ich aus verschiedensten Gründen bemerkenswert fand und ohne die ich die geneigte Leserschaft nicht in die nächste Woche gehen lassen möchte:

    Im Marketing gilt ja derzeit Storytelling als Heilsbringer, weil auch die Damen und Herren dort inzwischen mitbekommen haben, dass Menschen gerne Geschichten hören (was passiert, wenn Marketingmenschen Geschichten erzählen, lässt sich ja an der durchaus grenzwertigen Telekom-Kampagne zu Magenta 1 erkennen...).

    Wie so oft, so sind auch hier die Gamer schon viel weiter. Einen sehr spannenden Eindruck macht da auf mich der Band

    Cover New Level

    Thomas Böhm (Hrsg.): New Level, der sich mit dem Verhältnis von literarischem Erzählen und den Erzählstrukturen in Computerspielen beschäftigt - soweit ich das verstanden habe. Die Autorenliste liest sich jedenfalls vielversprechend, und damit meine ich nicht nur die Schriftstellerseite (auch wenn ich da tatsächlich mehr Namen einordnen kann: Wladimir Kaminer, Monika Rinck, Alban Nikolai Herbst, Ulrike Daesner, Sasa Stasinic und und und - die Liste ist durchaus bemerkenswert). Thomas Böhm hat ja das Internationale Literaturfestival Berlin kürzlich verlassen und schon allein dieses Projekt verdeutlicht, welch ein Verlust das ist. Besonders freue ich mich ja auf den Beitrag von Grit Schuster (siehe hierzu auch das Interview im Rahmen der Buchrezensionen auf WDR3). Hier sage ich mal, auch wenn ich noch keine Zeile gelesen habe: Das Buch lohnt sich. Definitiv.

    Weit weniger tiefschürfend dürfte es bei

    Cover Katze Internetstar

    Patricia Carlin: Wie Sie Ihre Katze zum Internet-Star machen zugehen. Ganz im Gegenteil, es dürfte sich wohl alles in allem um einen grandiosen Spaß eher kurzer Haltbarkeitsdauer handeln, aber wer einen Ratgeber mit dem Titel »How to Tell If Your Boyfriend is the Antichrist (And If He Is, Should You Break Up with Him?)« schreibt, verdient Vertrauen.

    Das Internet ist ja möglicherweise nicht nur eine Modeerscheinung, die wieder vergeht. Ganz im Gegenteil, mit dem Internet der Dinge scheint eher die nächste Stufe anzustehen (übrigens, und das finde ich an Umbruchszeiten immer sehr spannend, während da draußen Menschen sehr gut ohne Mobiltelefon und bargeldloses Zahlen klar kommen). Cyborgs sind wir vermutlich selbst schon lange und während ich mich noch an diesen Gedanken zu gewöhnen versuche, stolperte ich über dieses Buch (das offiziell erst morgen erscheint):

    Cover Pschera Internet der Tiere

    Alexander Pschera: Das Internet der Tiere. Da bin ich doch einmal sehr gespannt - zum einen, weil mir die Naturwissenschaften immer etwas fremd sind (faszinierend, aber fremd) - und zum anderen, weil mich interessiert, wie Ausnutzung der Tiere unser Verhältnis zu ihnen inniger werden lässt. Denn der Gedanke, mehr Kenntnis würde zu mehr Achtung führen, scheint mir doch angesichts des momentanen Zustandes der Mensch-Tier-Beziehung etwas zu naiv. Mag mich da aber auch irren.

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  • Fundstück (1)

    Heute gefunden:

    Wir stehen vor einem Deutschland voll unerhörter Korruption, voll Schiebern und Schleichern, voll dreimalhunderttausend Teufeln, von denen jeder das Recht in Anspruch nimmt, für seine schwarze Person von der Revolution unangetastet zu bleiben. Wir meinen aber ihn und grade ihn und nur ihn.
    Und wir haben die Möglichkeit, zu wählen: bekämpfen wir ihn mit der Liebe, bekämpfen wir ihn mit Haß? Wir wollen kämpfen mit Haß aus Liebe. Mit Haß gegen jeden Burschen, der sich erkühnt hat, das Blut seiner Landsleute zu trinken, wie man Wein trinkt, um damit auf seine Gesundheit und die seiner Freunde anzustoßen. Mit Haß gegen einen Klüngel, dem übermäßig erraffter Besitz und das Elend der Heimarbeiter gottgewollt erscheint, der von erkauften Professoren beweisen läßt, dass dem so sein muß, und der auf gebeugten Rücken vegetierender Menschen freundliche Idyllen feiert. Wir kämpfen allerdings mit Haß. Aber wir kämpfen aus Liebe für die Unterdrückten, die nicht immer notwendigerweise Proletarier sein müssen, und wir lieben in den Menschen den Gedanken an die Menschheit.

    Aus dem möglicherweise stärksten Text des Hausheiligen, der unbedingt und in Gänze zur Lektüre empfohlen sei: »Wir Negativen« (1919).

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  • Eine Woche in ungelesenen Büchern (1)

    Wie der geneigten Leserschaft unschwer aufgefallen sein wird, ist das ursprüngliche Kernthema dieses Blogs, die wöchentliche Buchempfehlung, seit langer Zeit zur Ruhe gekommen. Real Life, was willste machen....

    Also werde ich mal etwas anderes versuchen. Da die Hauptbeschäftigung von Buchhändlern darin besteht, ungelesene Bücher in den höchsten Tönen zu loben (Schnittmengen zum Feuilleton sind möglich, und ja, wir haben eine eigene Abteilung in der Hölle), werde ich das hier auch mal versuchen. Es soll um Bücher gehen, die mir im Laufe der Woche aus unterschiedlichsten Gründen in die Hände fielen (meist sicher, weil sie neu erschienen sind, es sind aber auch jede Menge andere Gründe denkbar) und deren Lektüre mir lohnenswert erscheint.

    Sollte sich jemand in der geneigten Leserschaft animiert fühlen und das eine oder andere Buch tatsächlich lesen: Rückmeldungen sind gern gesehen - und der Vorteil am Virtual Life: Ihr könnt mir die Dinger nicht ohne weiteres an den Kopf werfen. Hehe.

    Ist der Feminismus am Ziel?
    Maskulisten, PI-Leser und Freunde der »Partei des gesunden Menschenverstands« würden diese Frage wohl nicht nur bejahen, sondern wohl sogar konstatieren, dass dieser über sein Ziel hinausgeschossen sei.
    Emma Watson (an deren Rede es durchaus auch Grund zur Kritik gibt) verdeutlich aber zumindest eins: Es geht beim Feminismus gar nicht um Frauen. Verwirrt? Dann sei dringend zu

    Cover Anne Wizorek


    Anne Wizorek: Weil ein #Aufschrei nicht genügt geraten. Anne Wizorek (@marthadear) zeigt gerade jenen, die bei »Feminismus« bestenfalls Alice Schwarzer und brennende BHs assoziieren, dass Kernthema der aktuellen feministischen Bewegungen keineswegs die aanzustrebende Weltherrschaft der Frauen ist, sondern eher eine gerechte Welt für alle. Ich denke, wenn man schon überall über Feminismus diskutiert, sollten wir doch wenigstens in Grundzügen wissen, worüber wir da sprechen.

    Apropos Alice Schwarzer. Deren merkwürdiges Gesellschaftsverständnis (siehe hierzu meine früheren Lektürehinweise) unterscheidet sich strukturell kaum von patriachalen Denkmustern. Besonders deutlich wird dies in ihrem Kreuzzug gegen Pornographie und Prostitution. Und gerade zu letzterem scheint mir Melissa Gira Grant einen wesentlichen Debattenbeitrag in ihrem Buch

    Cover Melissa Gira Grant


    "http://bit.ly/1sHPGYD" target="_blank">Hure spielen. Die Arbeit der Sexarbeit zu leisten. Ich habe jedenfalls schon einmal mit der Lektüre begonnen.

    Dann fiel mir noch dieses Buch hier in die Hände:

    Cover Niklas Maak


    Niklas Maak: Wohnkomplex. Warum wir andere Häuser brauchen. Niklas Maak habe ich bisher nur aus der Ferne wahrgenommen, kann der Beschreibung seitens des Verlages, sein Werk sei witzig, streitbar und bestens recherchiert hier zunächst einmal nur wiedergeben. Das Thema mag nicht besonders massentauglich sein, ist aber nichtsdestotrotz wichtig. Die Frage, warum eigentlich unser Lebensglück an einem Einfamilienhaus hängen soll, ist nicht abwegig. Maaks Lebenslauf macht auf jeden Fall Hoffnung, dass es sich hier nicht um oberflächliches Getue handelt.
    Und das Wortspiel des Titels verdient immerhin Vertrauen. ;)

    Zu guter Letzt sei noch darauf hingewiesen, dass Sibylle Bergs

    Cover Sibylle Berg


    Vielen Dank für das Leben nun als Taschenbuch vorliegt. Womit es keine Ausrede mehr gibt.

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  • Tag der Südharzreise

    Der 3. Oktober gilt hierzulande aus durchaus unterschiedlichen Gründen als Feiertag. Es gibt Menschen, die bejubeln den Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes der BRD, es gibt Menschen die betrauern das. Es soll Menschen geben, die heute den Todestag von Franz Josef Strauß in den Mittelpunk ihres Interesses stellen.
    Tatsächlich aber hat der 3.Oktober 2014 seine entscheidende kulturhistorische Bedeutung am 03. Oktober 2008 gewonnen. An diesem Tag nämlich beschloss Frank Fischer, zu seiner grandios dokumentierten Südharzreise aufzubrechen.

    Dieses Großereignis jährt sich heute zum 6. Mal. Aus diesem Anlass und getreu der alten Volksweisheit »If you love somebody set them free« steht seit heute das im März erschienene Hörbuch unter der Lizenz CC by-nc-sa 4.0 und ist damit gemäß dieser Lizenz frei zur nichtkommerziellen Nutzung.

    Denn dereinst, wenn die Leipziger Ansicht sich durchgesetzt haben wird und der 09. Oktober zum Feiertag für die deutsche Einheit erkoren wurde, dann bedarf der 03. Oktober ja einer neuen Bezeichnung. Gerade jene, in deren Interesse es nicht ist, dereinst den Nationalen Trauertag zum Gedenken an Franz Josef Strauß zu begehen, werden also diesen weiteren Schritt zum Tag der Südharzreise, zum Internationalen Feiertag des abstrakten Tourismus begrüßen. Möge von hier und heute eine Bewegung ausgehen, die diese Welt epochal verändern wird. Oder so.

    Soviel mein heutiger Beitrag zum Pathos.

    Weitere Informationen zum Hörbuch finden sich auf der Verlagsseite, die Aufnahmen des Hörbuches sind seit heute bei archive.org gespeichert.

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  • Verleger sein

    Wie ist das eigentlich, Verleger eines Kleinstverlages zu sein?

    Zugegeben, das ist möglicherweise nicht gerade eine Frage, die Millionen hinter dem Ofen vorlocken werden, möglicherweise spielt die winzige Detailfrage einer kleinen Branche im großen Weltenplan gar keine Rolle.
    Falls es aber doch jemanden interessiert:
    Gesine von Prittwitz war so freundlich, mir einige Fragen zum Verlegersein und dem ganzen Drumherum zu stellen. Das Interview findet ihr in ihrem Blog auf SteglitzMind.

    Und ein besonderer Dank geht an Barbara Miklaw vom Mirabilis Verlag, die mich für die Reihe vorschlug.

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  • Der Ehrgeiz eines Hirnforschers und die Verzweiflung eines Vaters

    Die Äußerug, man habe ein autistisches Kind erzielt oft eine merkwürdige Reaktion. Irgendwas zwischen Mitleid und Abscheu.
    Und natürlich, das unterscheidet dieses Thema nicht von allen andere Themen, über die man sich unterhalten kann, hat praktisch jeder schon einmal etwas davon gehört und eine festgefügte Meinung, die sich zwar bestenfalls auf ein paar Hollywood-Weisheiten und Wetten-dass?-Erfahrungen stützt, aber nichtsdestotrotz bereits die Summe aller menschlichen Weisheit repräsentiert. Man kennt das.
    Weshalb hier dringend dazu geraten sei: Welches Thema auch immer der geneigten Leserschaft wichtig ist - sprecht es bloß nicht auf einer gesellschaftlichen Veranstaltung irgendeiner Art an. Redet lieber übers Wetter (also natürlich nur, falls dies nciht zufällig eure Herzensangelegenheit ist...)

    Auf Zeit-Online gibt es einen lesenswerten Artikel (ja, das kommt vor), der zwar leider im ganz typischen unverbindlichen Pseudoreportagenduktus dieser Publikation geschrieben ist, aber nichtsdestotrotz zum einen die Diagnosenirrfahrt als auch die Verzweiflung der Eltern einigermaßen gut einfängt (und das bemerkenswerte Können anderer Generationen, die einfach tun und dabei richtig liegen, das mit der Lebenserfahrung scheint ein Konzept zu sein...)

    Vor allem demonstriert er sehr schön, wie wenig wir über Autisten, Gehirne, das Leben, das Universum und ganzen Rest wissen.

    Einmal hier entlang bitte.

    P.S. Zur Menschenkenntnis von Psychologen hat sich der Hausheilige dieses Blogs in einem hübschen Kabinettstückchen abschließend geäußert: In der Hotelhalle (1930).

  • Lahmann-Koller

    Damit der geneigten Leserschaft nicht allzu langweilig wird, sei hier, quasi als Pausenunterhaltung, auf einen Text verwiesen, der in Sachen medizinische Rehabiliationsmaßnahmen weiterhin als der maßgebliche Text zum Thema gelten muss:

    Kreuzworträtsel mit Gewalt.

    Dieser Text beantwortet sehr überzeugend das Hauptproblem einer jeder Kur:

    Ich absolvierte täglich ein längeres Zirkusprogramm, von morgens um sieben bis mittags um halb eins. Der Turnlehrer; die Wiegeschwester; der Bademeister; der Masseur; der Assistenzarzt; die Zimmerschwester ... sie alle waren emsig um mich bemüht. Ich kam mir recht krank vor, und wenn ich mir krank vorkam, dann schnauzten sie mich an, was mir wohl einfiele – es ginge mir schon viel, viel besser. Was war da zu machen?

    Was war vor allem an den langen Nachmittagen zu machen, die etwa acht- bis neunmal so lang waren wie die reichlich gefüllten Vormittage?

    Wer nicht lesen möchte, sondern lieber hören:

    Und ich versuche dann mal in den nächsten Wochen einen Lahmann-Koller zu vermeiden... ;)

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  • Pause (3)

    Liebe geneigte Leserschaft,

    dieser Blog geht in die Sommerpause. Ich vermag noch nicht zu sagen, wann die Piemont-Kirschen wieder pflück- und verarbeitungsbereit, bin aber zuversichtlich, dass es auch dieses Mal eine Rückkehr geben wird.

    Bis dahin: Musik.

  • Ich kann ja auch nichts dafür: #Lesefreude zum Welttag des Buches

    UPDATE:
    Die Losfee hat gesprochen und die Gewinner_innen wurden ermittelt. Sie stehen jeweils unter den Preisen.
    Vielen Dank an alle fürs Mitmachen und den Gewinner_innen viel Vergnügen mit der neuen Lektüre.
    Für alle, die dieses Mal leer ausgingen oder aus anderen Gründen Nachholbedarf haben: Signierte Bücher von Jan-Uwe Fitz können auch käuflich erworben werden. In diesem Falle bitte hier entlang. ;)

    Die wunderbare Aktion Blogger schenken Lesefreude geht in diesem Jahr in die zweite Runde, wahrscheinlich mit noch weit mehr Teilnehmenden, auf jeden Fall aber mit weit mehr Aufmerksamkeit als im Vorjahr. Inzwischen sind auch die ersten Verlage darauf aufmerksam geworden und das ist sehr schön. Warum ich diese Aktion so großartig finde, schrieb ich bereits vor einem Jahr ausführlich, kurz lässt es sich zusammenfassen mit:
    Lasst uns Leser diesen Tag zurückerorbern.

    Doch kommen wir zu dem, was die geneigte Leserschaft heute wohl besonders interessiert. Heute verlose ich ein signiertes Exemplar des Buches Wenn ich was kann, dann nichts dafür des ganz großartigen Jan-Uwe Fitz.

    Cover Fitz Wenn ich was kann

    Auf Jan-Uwe Fitz, genauer auf seinen Blog, stieß ich vor ca. 5-6 Jahren, was in Internet-Zeit wohl einem halbem Menschenleben entsprechen dürfte. Dementsprechend sei auch erklärt, dass der Blog natürlich ganz anders aussah – wir hatten ja damals nichts, noch nicht einmal abgerundete Kacheln, man macht sich ja keine Vorstellungen.
    Während ich an diesem Beitrag hier schreibe, versuche ich mich übrigens krampfhaft zu erinnern, wie ich eigentlich auf seinen Blog stieß, ich bin mir recht sicher, nicht nach Taubenvergrämern gegoogelt zu haben – wer weiß.
    Woran ich mich aber genau erinnere, das ist meine unmittelbare Begeisterung für die Texte dieses Blogs, in deren Mittelpunkt die Erlebnisse eines mehr oder weniger (mehr weniger als mehr) erfolgreichen Taubenvergrämers standen, der zufällig genauso hieß wie der Autor.
    Diese Erlebnisse skurril zu nennen, wäre schon eine sanfte Untertreibung. Da tauchen Tauben an den unmöglichsten Stellen auf, ergeben sich absurde Dialoge, bekommen Geschichten statt eines Endpunktes einen weiteren Dreh und überhaupt geht es eigentlich nie so weiter wie man es nach hergebrachten Erzählregeln erwartet hätte.

    Am einfachsten lässt sich dies vielleicht nachvollziehen, hört man mal in seine Kurz-Hörspiele hinein. Ich jedenfalls lese alle Fitz-Texte immer mit seiner Stimme im Kopf. ;)

    Wieder da?

    Sehr schön.
    Vielleicht kann ja nun der eine oder andere in der geneigten Leserschaft nachvollziehen, weshalb ich seinerzeit reagieren musste, als es im Blog hieß, der Autor habe schon alle Klinken des deutschen Verlagswesens geputzt, aber niemand wolle ihn drucken. Ich wies darauf hin, dass er meine (allerdings ja auch leicht zu übersehende) Klinke, keineswegs geputzt habe. Und auch wenn am Ende dann doch die größeren Namen gewonnen haben: Für ein Leseheft hat es immerhin gereicht - und das dürfte denn auch das korrekte Verhältnis in Sachen Marktmacht repräsentieren. ;)

    In Wenn ich was kann, dann nichts dafür also erzählt Jan-Uwe Fitz also vom Leben eines Taubenvergrämers, der aus einem hoffnungslos taubenfreien Bergdorf in die hoffnungslos taubenvolle Großstadt zieht, um dort, nun ja, sein Glück zu finden. Logischerweise findet er aber vorwiegend Tauben, die ihm das Leben mit ihrer Ignoranz seinen Vergrämversuchen gegenüber nicht eben leicht machen. Da der Protagonist es nicht nur mit Tauben, sondern auch mit Menschen schwer hat, liegt auf der Hand, dass es im Laufe der Geschichte zu erheblichen Verwicklungen kommt.

    Es empfiehlt sich für die genussvolle Lektüre mithin durchaus eine Schwäche für absurde Literatur, für Literatur, die zudem nicht unbedingt erklären wird, was die Welt im Innersten zusammenhält.

    Auch wenn ich, soweit möchte ich mich aus dem Fenster lehnen, davor warnen möchte, dieses Buch gar zu schnell und gar zu leicht als Unterhaltungslektüre abzustempeln (mir scheint es im Übrigen durchaus kulturelle Besonderheit dieses Kulturkreises zu sein, eine solche Bezeichnung pejorativ zu verwenden).

    Ich jedenfalls habe in diesem Buch weit mehr gefunden als nur groteske Situationen, absurde Szenen und überzeichnete Charaktere. Mir scheint da durchaus mehr darin zu stecken. Aber das mag an mir liegen und ich bin mir nicht sicher, ob ich dort nicht Dinge hineinprojiziere, die dort gar nicht hingehören, insofern mag ein jeder sich seine eigene Lektüreerfahrung bilden.

    Und damit dies um so leichter wird, verlose ich unter allen, die diesen Beitrag bis einschließlich 30. April kommentieren:

    1. Preis
    Das Jan-Uwe Fitz-Paket.
    Bestehend aus: Je einem signierten Exemplar von Wenn ich was kann, dann nichts dafür, Entschuldigen Sie meine Störung. Außerdem ein Exemplar von Der Unerträgliche, Teil 1.
    Gewonnen hat: Anne Kruggel

    2. Preis
    Das signierte Buch.
    Ein signiertes Exemplar von Wenn ich was kann, dann nichts dafür. Außerdem ein Exemplar von Der Unerträgliche, Teil 1.
    Gewonnen hat: Svea

    3. bis 10. Preis
    Der Einstiegstext.
    Je ein Exemplar von Der Unerträgliche, Teil 1.
    Gewonnen haben:

    • Franzi C
    • Petra Molitor
    • Sabine K
    • Marissa Conrady
    • Mone P
    • Christine Frank
    • Birgit Swapping Howdies
    • Ansgr

    Die Gewinner_innen wurden per eMail benachrichtigt.

    Die Regeln:
    Es sind leider nur Teilnehmer_innen aus Deutschland zugelassen. Beim Versand ins Ausland übersteigen die Kosten sehr schnell mein Budget...
    Desweiteren sind leider nur Teilnehmer_innen zugelassen, die das 16. Lebensjahr vollendet haben.
    Die oben beschriebenen Preise werden unter allen Kommentator_innen verlost, die diesen Beitrag bis einschließlich 30. April 2014 kommentieren. Die Auslosung erfolgt im Zeitraum 01.-03. Mai 2014. Die Gewinner_innen werden im Blog per Kommentar bekannt gegeben. Darüberhinaus werden die Gewinner_innen per Email kontaktiert. Die Angabe einer korrekten Email ist mithin Voraussetzung für einen Gewinn. Sollte eine Gewinner_in keine korrekte Email-Adresse angegeben haben oder auf die Gewinnbenachrichtigung nicht binnen einer Woche reagieren, verfällt der Gewinn. Erst mit der Gewinnbenachrichtigung wird die Angabe der Versandadresse notwendig, also bitte keine Adressen in die Kommentare schreiben. ;)

    Die im Rahmen dieses Gewinnspiels von mir gewonnenen Daten werden ausschließlich für dieses Gewinn spiel verwendet. Im Übrigen gilt die Datenschutzerklärung von blog.de. Auf die von blog.de erhobenen Daten habe ich keinerlei Einfluss.

    Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Nun denn, ich wünsche viel Glück.

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